Wallonien

Der Reichtum Walloniens beruhte lange Zeit auf seinen Bodenschätzen, und auch heute noch stellen Wasser und Wald bedeutende Ressourcen dar. Aufgrund ihrer geografischen Lage steht diese Region im Zentrum eines dichten Netzes von Straßen-, Eisenbahn- und Schiffsverbindungen. Diese bauen sich im Wesentlichen um eine Nord-Süd-Achse auf – ein Hauptbestandteil der Verbindung zwischen dem Süden und den Häfen Nordeuropas – und um die Ost-West-Achse, die die Industrieschiene Walloniens bildet. Darüber hinaus profitiert Wallonien von seiner Nähe zu den großen Wirtschaftszentren Brüssel, Lille und Luxemburg.

In Wallonien leben nahezu 3 580 000 Menschen, von denen etwa 10 % Ausländer sind – hauptsächlich aus der Europäischen Union. Das Bevölkerungswachstum von rund 350 000 Einwohnerinnen und Einwohnern seit 1980 beruht auf einem hohen positiven Wanderungssaldo, der Anfang der Zweitausender Jahre bei über 4 % der Gesamtbevölkerung lag.

Als traditionelle Industrieregion hat Wallonien einen großen Beitrag zur Entwicklung der Technologien geleistet, die als Folge der ersten industriellen Revolution entstanden sind. Aber ihre von der Schwerindustrie geprägte Produktionsstruktur machte die Region verwundbar gegenüber den wirtschaftlichen Erschütterungen der siebziger Jahre, denen zahlreiche Umstrukturierungen, Unternehmensschließungen und Arbeitsplatzverluste folgten. Angesichts dieser Herausforderungen wendet Wallonien sich seither verstärkt den Spitzentechnologien zu, und zwar hauptsächlich in den beiden regionalen Wirtschaftsschwerpunkten Lüttich und Charleroi. Eine intensive Zuliefertätigkeit und neue Firmengründungen bewirkten zwischen 1993 und 2003 eine Zunahme der Arbeitsplätze im tertiären Sektor um mehr als 35 %. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit, die in Ballungsräumen bis zu 20 % erreichen kann, und vor allem die Jugendarbeitslosigkeit die größte Sorge innerhalb der Bevölkerung.

Die Maas aus Sicht der Zitadelle von Namur
Wallonien
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